Transcript

Oladunni Stähler
Ich finde auch, ähm, ich kann mich freier ausdrücken in Nigeria als hier, weil ich denke, das sind die Leute, zu dem ich gehöre, ähm, meine Hautfarbe spielt auch keine… also ich…, das ist da, wo ich herkomme – hier habe ich immer das Gefühl, na ja, ich komm’eh nicht von hier, ähm, habe ich das Recht das zu sagen? Ich kann ja auch hier nicht wählen, weil ich ja halt keine deutsche Staatsbürgerschaft [habe], was ist denn überhaupt mein Beitrag hier… Das einzige, was ich ruhig immer sagen kann, ich kann die Sprache sehr gut, das heißt, wenn du am Telefon bist, weißt du nicht ganz genau, woher ich komme. Also du kannst nicht sagen, ich bin ein Ausländer, aber du weißt auch nicht ganz genau, wo ich hinpasse. Manchmal fühle ich mich auch so, ähm, persönlich.
Ich finde die Sprache ist sehr wichtig für die Identität, weil es ist etwas, was, was [die] Person bindet, vielleicht mit seiner entweder ethnischen Gruppe oder seiner Zugehörigkeit an einer, ja an einem Ganzen. Und wenn ich mich selber jetzt anschaue, ähm, die Sprachen, die ich gelernt habe, also ich habe jetzt zum Beispiel Yoruba war natürlich, äh, mitwachsen, das haben die Eltern gesprochen zu Hause, das haben die Großeltern auch gesprochen.
Interessanterweise in der Schule, als ich aufgewachsen bin in Nigeria, durften wir die Heimatsprachen nicht sprechen, damit wir unser Englisch nicht kaputt machen, das heißt viele von uns hängen ja jetzt als Erwachsene an unserer Sprache von alten Zeiten, weil das uns auch verbindet und das gibt einem das Gefühl, „Ja, also du gehörst eigentlich in diese, in diese ethnische Gruppe“ – nicht nur das, sondern du kennst ja halt die Worte auch wenn du es nicht perfekt sprichst und, ähm, die Leute akzeptieren dir, weil du ja diese Sprache auch sprichst.