Transcript

Kirsten Ulman
Also ich würde meine nationale Identität auf jeden Fall als Österreicherin, ähm, beschreiben, wobei ich es aber etwas schwierig finde, da wirklich stolz drauf zu sein, da Österreich doch eine, ähm… sehr, ähm… intensive Geschichte hat und deshalb würde ich mich jetzt nicht als Patriotin bezeichnen, aber ich bin sehr froh, dass ich in Österreich geboren bin, das ist ein sehr…, also ich, …, ein sehr reiches, gutes Land zu leben und deshalb bin ich sehr glücklich und ich kann mir auch gut vorstellen, mein ganzes Leben in Österreich zu bleiben. Das Leben in London ist für mich, ähm, sehr unterschiedlich zu dem Leben in Wien. Ich war, ähm… die ersten Male, die ich in der Stadt verbracht hab’, wirklich ein bisschen überwältigt von der, ähm… Geschwindigkeit, wie, wie das Leben hier geht. Allein wenn man in die, ähm… U-Bahn, also in, in die Untergrundbahn steigt, wie viele Leute unterwegs sind, wie schnell man sich bewegen muss, damit man nicht überrannt wird. Also, es, ähm… auch die Größe von London, es hat mich auf jeden Fall überwältigt und, ähm… aber nicht, nicht nur im negativen Sinn, sondern es ist auch wirklich ein interessantes Gefühl, so anonym in der Stadt zu sein, da sie so groß ist und in Wien trifft man doch am Tag, ähm, sicher ein paar Leute, die man kennt, wenn man in seinem Bezirk unterwegs ist.
Interviewer
Wie sehr zu Hause fühlen Sie sich in Wien einerseits und in London andererseits?
Kirsten Ulman
Ähm… In London fühle ich mich als Besucherin, in Wien fühle ich mich definitiv zu Hause. Ähm… In Wien wohne ich schon seit Jahren, ich kenne Wien seit meiner frühen Kindheit, ich bin noch dort in den Kindergarten gegangen und hab’ viel Zeit, ähm… mit meiner Familie in Wien verbracht. Man kann sehr viel kulturell dort unternehmen, deshalb, ähm… waren wir viel dort und das ist auf jeden Fall meine Heimat. London ist die Wahlheimat von meinem Partner und deshalb bin ich auch dort, aber es fühlt sich für mich nicht wie ein Zuhause an, obwohl ich es jetzt, jetzt immer mehr kennenlerne und, ähm… mich ein bisschen besser auskenne in der großen Stadt, aber es ist noch immer sehr fremd.