Advanced German: Language, culture and history

Übung 8

Lesen Sie, wie die Stadt Annaberg entstanden sein soll, und machen Sie sich Notizen zu den folgenden Punkten:

  • Beschreibung Daniel Knappes und seiner Familie;

  • Beschreibung des Traums;

  • Beschreibung seiner Reaktion am folgenden Tag;

  • Ergebnis/Fazit.

Die Entstehung Annabergs

Als noch dicke Waldung den Pöhlberg und seine Nachbarn deckte, lebte im Dorfe Frohnau ein Bergmann, Daniel Knappe, fromm und brav, aber blutarm. Große Teuerung und Hungersnot war im Lande, und Knappe hatte sieben Kinder und ein krankes Weib in seiner Hütte. Er wußte seiner Not kein Ende und war nahe daran, zu verzweifeln an der göttlichen Hülfe. Da erschien ihm einst im Traum ein Engel Gottes und sprach zu ihm: „Gehe morgen in den Wald am Fuße des Schreckenberges. Dort ragt eine Tanne hoch über alle Bäume des Waldes hervor. In ihren Zweigen wirst du ein Nest mit goldenen Eiern finden; dies ist dein, brauche es wohl!„ Als Knappe am Morgen erwachte, erinnerte er sich des Traumes und ging hinaus in den Wald, das Nest mit den goldenen Eiern auszunehmen. Bald hatte er die Tanne […] gefunden und kletterte rasch in ihren Ästen bis in den höchsten Wipfel hinauf, fand aber nichts. Traurig, daß ihn der Traum getäuscht habe, stieg er wieder herab und setzte sich auf die Wurzeln des Baumes nieder, um auszuruhen. Er sann hin und her, und dabei fiel ihm ein, daß unter den Zweigen wohl auch die Wurzeln der Tanne zu verstehen sein könnten. […] Eifrig begann er [zu graben], und kaum hatte er die Erde durchbrochen, als mächtige, nach allen Seiten streichende Silbergänge ihm entgegen blickten. Er sank auf seine Kniee und dankte Gott.

Bald war die Kunde von dem neuentdeckten Bergreichtum in alle Lande verbreitet, und Tausende zogen herzu, um sich in der bisher so wilden Gegend auzusiedeln. Dies veranlaßte den Herzog Georg den Bärtigen, eine neue Bergstadt zu gründen […], die später Annaberg genannt [wurde]. […]

(Johann August Ernst Köhler, „Sagenbuch des Erzgebirges“, 1978 [Nachdruck der Ausgabe Schneeberg und Schwarzenberg 1886], S. 315, gekürzt und abgeändert)

Zum Schluss sprechen Sie über die beiden Legenden und fassen sie zusammen.