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Advanced German: Language, culture and history
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Übung 12

Lesen Sie den folgenden, nicht ganz ernst gemeinten Artikel des Sprachwissenschaftlers Professor Johann Höfer und bearbeiten Sie die unten stehenden Aufgaben.

I bin schon fast a echter Bayer

ZUWANDERER ENTDECKEN LANDESSPRACHE

[…]

Die ersten Schritte müssen sinnvoll sein und ein Erfolgsgefühl vermitteln. […] Sagen Sie „i" statt „ich"; aber konsequent, auch wenn Sie sonst kein bairisches Wort verwenden: „I bin aus Hamburg", „I mag die Bayern", „I möcht Bairisch lernen" […].

Eins ergibt das andere. Sobald Sie „i“ sagen, muß das „-e“ von „möchte“, „wohne“, „verstehe“ weg. Das ist ja auch in der norddeutschen Umgangssprache üblich. Bei uns ist es ein Muß. Also: „I lern Bairisch“, „I werd hier bleiben“ […].

[…] Dann wagen Sie sich an das „ned“, das oft in jedem dritten oder vierten Satz vorkommt. Unterdrücken müssen Sie „nich“, falls es zu Ihrem Wortschatz gehört. „Nich“ paßt nicht zum Bairischen, während das hochsprachliche „nich“ weniger geniert. Üben Sie: „I versteh ned alles“, […] „I hab ned viel Zeit“ […].

Schließlich lassen Sie die Wörtchen „ein“ und „eine“ zu einem bloßen „a“, schrumpfen, und schon reden Sie einigermaßen fließend bairisch, wenn auch mit bescheidenem Wortschatz und Anspruch: […] „I bin schon fast a echter Bayer“ […].

(Johann Höfer, „Bairisch gredt“, 1995, S. 136–137, gekürzt)

  1. Schreiben Sie die folgenden Sätze ins Hochdeutsche um.

    • (a) I versteh ned alles.

    • (b) I hab ned viel Zeit.

    • (c) I lern Bairisch.

    • (d) I bin schon fast a echter Bayer.

  2. Welche vier Schritte schlägt Johann Höfer vor um aus gesprochenem Hochdeutsch Bairisch zu machen?

  3. Er vergleicht einen Aspekt des Bairischen mit der norddeutschen Umgangssprache. Welchen?

  4. Was sagt er über die Verwendung von „nich“ im Bairischen?

Answer

  1.  

    • (a) Ich verstehe nicht alles.

    • (b) Ich habe nicht viel Zeit.

    • (c) Ich lerne Bairisch.

    • (d) Ich bin schon fast ein echter Bayer.

  2.  

    • (a) Man ersetzt „ich“ durch „i“.

    • (b) Man lässt das „-e“ am Ende des Verbs in der ersten Person Singular weg, wie z.B. in „möchte“ (,,möcht'’).

    • (c) Man ersetzt „nicht“ durch „ned“

    • (d) Man ersetzt „ein“ oder „eine“ durch „a“.

  3. Sowohl im Bairischen als auch in der norddeutschen Umgangssprache fällt das „-e“ am Ende der ersten Person Singular des Verbs weg.

  4. „Nich“ sollte man auf jeden Fall vermeiden, weil es im Bairischen unpassend ist.

Aber nicht nur in der Sprache zeigen sich regionale Unterschiede. In den folgenden Übungen beschäftigen Sie sich mit einem weiteren Bereich, in dem sich regional verschiedene Traditionen entwickelt haben: Trachten.